Leben


Jean-Léon Gérôme wurde am 11. Mai 1824 als erster Sohn des Goldschmieds Pierre Gérôme und Claude Françoise Mélanie Vuillemot, einer Kaufmannstocher, in Vesoul geboren.
Schon früh genoß er neben einer guten Schulbildung auch die Förderung seiner künstlerischen Begabungen. Bereits mit 9 Jahren erhielt er Zeichenunterricht, mit 14 Jahren schließlich ging seine Ausbildung in Malerei in die Hände des Malers Claude-Basile Cariage über.
1840 reiste Gérôme nach seinem Schulabschluss nach Paris, um dort ein Schüler des renommierten Künstler Paul Delaroche zu werden.
Die Ausbildung, die täglich neben stundenlangem Malen im Atelier auch eigenständiges Arbeiten z.B. beim skizzieren in der Natur oder der Studie berühmter Gemälde im Louvre, beinhaltete, war hart, prägte Gérôme aber positiv für sein ganzes weiteres Schaffen.
Schon zu dieser Zeit bot er, unterstützt von Delaroche, dem Magasin Pittoresque erfolgreich erste Werke an.

Als sein Lehrmeister 1843 zu einer Reise nach Italien aufbrach, beschloss er, ihn zu begleiten. Er besuchte Rom, Florenz, Pompeji und den Vatikan, wobei ihn besonders die
Fundstücke aus Pompeji in seiner späteren Arbeit beeinflussen sollten. Obwohl ihn die Eindrücke des fremden Landes sehr inspirierten, musste er bereits 1844 nach einem heftigen Fieber nach Paris zurückkehren.
Dort setzte er seine Ausbildung unter Anleitung von Charles Gleyre fort. Dieser legte bei seiner Ausbildung nicht nur Wert auf die rein handwerkliche Technik der Malerei sondern vermittelte, was zu dieser Zeit sehr ungewöhnlich war, auch Grundlagen der Bildkomposition.

1847 debütierte Gérôme auf der angesehenen Ausstellung des Pariser Salons mit seinem Gemälde “Hahnenkampf“, für das er mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurde. Damit rückte er erstmals ins Licht der Öffentlichkeit und machte auch den bekannten Dichter und Kritiker Théophile Gautier auf sich aufmerksam, der ihn über weite Teile seiner Karriere hin unterstützen sollte und dessen Wohlwollen seinen Erfolg und sein Ansehen erheblich steigerte.
Die Preise für seine Gemälde stiegen daraufhin merklich an und die Mehreinnahmen ermöglichten es ihm, sich seiner Faszination für den Orient und Afrika zu widmen und zahlreiche Reisen in die Türkei und nach Ägypten zu unternehmen, die seine Werke nachhaltig prägen sollten.
1861 heiratete Gérôme Marie Goupil, die Tochter seines Kunsthändlers Adolphe Goupil. Die Beiden hatten vier Töchter und einen Sohn, der im Alter von nur 27 Jahren an Schwindsucht verstarb.


1865 wurde er Mitglied des Institut de France, 1867 wurde er von seinem bereits bestehenden Titel des Ritters der Légion d’honneur zum Offizier erhoben, nur zwei Jahre später folgte die Ernennung zum Ehrenmitglied der British Royal Academy. Im selben Jahr erhielt er den Roten Adlerorden dritten Grades vom König von Preußen, Wilhelm I und wurde zusammen mit einer Gruppe der angesehensten Künstler Frankreichs zur Eröffnung des Sueskanals geladen.

Nach einem kurzen Aufenthalt in London, wohin die Familie während des Krieges geflohen war, setzte Gérôme seine Reisen fort. Von 1871 bis 1889 besuchte er die Türkei, Spanien, Algerien, Holland, Ägypten und Griechenland. Zu dieser Zeit litt er bereits an einigen schwerwiegenden Krankheiten, was ihn jedoch nicht dazu veranlasste, sein enormes Arbeitspensum zu reduzieren.
1878 stellte Gérôme erstmals eine seiner Skulpturen, mit denen er auch in den folgenden Jahren noch große Erfolge feiern konnte, der Öffentlichkeit vor.

Am 10. Januar 1904, mit 79 Jahren, starb Jean-Léon Gérôme in seinem Atelier. Eine Magd fand ihn vor einem Portrait von Rembrandt und seinem eigenen Gemälde “The Truth“ liegend. Er wurde im Cimetière de Montmartre, zu Füßen der Statue die er zum Gedenken an seinen verstorbenen Sohn angefertigt hatte, beerdigt.